Die Schlacht von Borodino 1812

Panorama-Museum Moskau

Napoleon, Kutusow und der Russlandfeldzug von 1812

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Die Schlacht von Borodino – Ein Wendepunkt der europäischen Geschichte

Die Schlacht von Borodino am 7. September 1812 gehört zu den bekanntesten und verlustreichsten Schlachten der Napoleonischen Kriege.

Auf einem Schlachtfeld westlich von Moskau trafen die französisch geführten Truppen Napoleons auf die russische Armee unter Feldmarschall Michail Kutusow.

Die Auseinandersetzung fand während des Russlandfeldzuges von 1812 statt und wurde zu einem der bedeutendsten Ereignisse der europäischen Militärgeschichte.

Das Moskauer Panorama-Museum erinnert mit einem monumentalen Rundgemälde an die dramatischen Ereignisse dieses Tages.

Europa vor dem Russlandfeldzug

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts hatte Napoleon Bonaparte Frankreich zur führenden Militärmacht auf dem europäischen Kontinent gemacht.

Nach zahlreichen erfolgreichen Feldzügen kontrollierte Frankreich direkt oder indirekt große Teile Europas.

Napoleon versuchte außerdem, Großbritannien durch eine wirtschaftliche Blockade zu schwächen.

Diese sogenannte Kontinentalsperre sollte den Handel mit britischen Waren weitgehend unterbinden.

Russland hatte sich zunächst an diesem System beteiligt, doch die wirtschaftlichen und politischen Interessen beider Mächte gerieten zunehmend in Konflikt.

Die Spannungen zwischen Napoleon und Zar Alexander I. verschärften sich.

Schließlich entschied sich Napoleon für einen militärischen Feldzug gegen Russland.

Der Beginn des Russlandfeldzuges 1812

Am 24. Juni 1812 überschritten die ersten großen Verbände der Grande Armée den Fluss Njemen.

Damit begann Napoleons Russlandfeldzug.

Die französisch geführte Armee bestand aus Soldaten verschiedener europäischer Länder.

Neben französischen Truppen gehörten ihr zahlreiche Kontingente verbündeter und abhängiger Staaten an.

Napoleon hoffte auf einen schnellen Sieg.

Er erwartete, dass die russischen Streitkräfte eine große Entscheidungsschlacht annehmen würden.

Ein solcher Sieg sollte Zar Alexander I. zu politischen Zugeständnissen bewegen.

Die russische Rückzugsstrategie

Die russischen Armeen wichen während des Vormarsches über weite Strecken zurück.

Dadurch konnten sie zunächst einer vollständigen Vernichtung durch die zahlenmäßig überlegenen Angreifer entgehen.

Gleichzeitig wurden die Nachschubwege der Grande Armée immer länger.

Die Versorgung einer großen Armee über enorme Entfernungen stellte bereits im Sommer erhebliche Schwierigkeiten dar.

Krankheiten, Erschöpfung, Versorgungsausfälle und Gefechtsverluste schwächten Napoleons Truppen.

Die französische Führung konnte ihre militärische Überlegenheit deshalb nicht ohne Weiteres in einen entscheidenden politischen Erfolg umsetzen.

Michail Kutusow – Der russische Oberbefehlshaber

Im August 1812 übernahm Michail Illarionowitsch Kutusow das Oberkommando über die russischen Hauptstreitkräfte.

Kutusow wurde 1745 geboren und hatte bereits eine lange militärische Laufbahn hinter sich.

Er verfügte über umfangreiche Erfahrungen aus früheren Kriegen.

Seine Aufgabe bestand darin, den weiteren Vormarsch Napoleons auf Moskau aufzuhalten.

Gleichzeitig musste er verhindern, dass die russische Armee in einer einzigen Schlacht vollständig vernichtet wurde.

Kutusow entschied sich schließlich, westlich von Moskau eine große Feldschlacht anzunehmen.

Das Schlachtfeld von Borodino

Als Schauplatz wurde das Gelände um das Dorf Borodino ausgewählt.

Borodino liegt westlich von Moskau, in der heutigen Oblast Moskau.

Die Landschaft bestand aus Feldern, bewaldeten Abschnitten, Hügeln und kleinen Wasserläufen.

Die russische Armee nutzte die Geländeverhältnisse, um Verteidigungsstellungen anzulegen.

Besonders wichtig waren künstlich errichtete Feldbefestigungen und Artilleriestellungen.

Diese sollten die französischen Angriffe aufhalten und die russischen Verteidiger unterstützen.

Die Schlacht beginnt

Am Morgen des 7. September 1812 begann die große Schlacht.

Nach dem damals in Russland verwendeten julianischen Kalender war es der 26. August.

Die französischen Truppen griffen verschiedene Abschnitte der russischen Verteidigungsstellungen an.

Auf beiden Seiten kamen Infanterie, Kavallerie und Artillerie in großem Umfang zum Einsatz.

Das Kampfgeschehen entwickelte sich zu einer Reihe äußerst verlustreicher Angriffe und Gegenangriffe.

Die Bagration-Fleschen

Besonders heftige Kämpfe fanden an den sogenannten Bagration-Fleschen statt.

Diese Befestigungen befanden sich am linken Flügel der russischen Armee.

Sie waren nach General Pjotr Iwanowitsch Bagration benannt.

Die Fleschen bestanden aus feldmäßigen Erdwerken, die durch Artillerie und Infanterie verteidigt wurden.

Französische Truppen griffen diese Stellungen wiederholt an.

Die Verteidiger leisteten erbitterten Widerstand.

Im Verlauf der Kämpfe wurde General Bagration schwer verwundet.

Er starb einige Wochen später an den Folgen seiner Verletzung.

Die Rajewski-Schanze

Ein weiterer Schwerpunkt der Schlacht war die Rajewski-Schanze.

Diese wichtige russische Artilleriestellung lag im Zentrum des Schlachtfeldes.

Sie war nach General Nikolai Rajewski benannt.

Die französischen Truppen unternahmen schwere Angriffe auf die Befestigung.

Die Kämpfe um die Schanze gehörten zu den blutigsten Ereignissen des Tages.

Schließlich gelang es den Angreifern, die Stellung einzunehmen.

Dennoch blieb die russische Armee als militärischer Verband bestehen.

Die französische Artillerie

Die Artillerie spielte während der Schlacht eine entscheidende Rolle.

Napoleon verfügte über eine große Zahl von Geschützen.

Diese wurden eingesetzt, um russische Stellungen zu beschießen und Angriffe der Infanterie vorzubereiten.

Die russische Artillerie antwortete mit eigenem Feuer.

Die intensive Beschießung verursachte auf beiden Seiten schwere Verluste.

Der Einsatz großer Artillerieverbände war ein charakteristisches Merkmal der napoleonischen Kriegführung.

Infanterie und Kavallerie

Die Infanterie bildete den zahlenmäßig wichtigsten Bestandteil der beteiligten Armeen.

Die Soldaten kämpften mit Musketen und Bajonetten.

Sie wurden in unterschiedlichen Formationen eingesetzt, um Angriffe durchzuführen oder Stellungen zu verteidigen.

Die Kavallerie übernahm Aufgaben bei Angriffen, Gegenangriffen und der Unterstützung anderer Truppenteile.

Berittene Einheiten konnten sich schnell über das Schlachtfeld bewegen.

Gleichzeitig waren sie bei Angriffen auf gut verteidigte Stellungen erheblichen Gefahren ausgesetzt.

Napoleons persönliche Führung

Napoleon leitete die Schlacht von seinem Hauptquartier aus.

Anders als bei manchen früheren Feldzügen gelang es ihm nicht, durch einen entscheidenden Angriff einen vollständigen Zusammenbruch des Gegners herbeizuführen.

Die russischen Truppen verteidigten ihre Stellungen trotz hoher Verluste über viele Stunden.

Napoleon setzte große Teile seiner verfügbaren Kräfte ein.

Die Kaiserliche Garde blieb jedoch als wichtige Reserve weitgehend zurückgehalten.

Die Frage, ob ein zusätzlicher Einsatz dieser Reserve den Ausgang verändert hätte, wird in der historischen Forschung diskutiert.

Die Verluste von Borodino

Die Schlacht forderte außergewöhnlich hohe Opfer.

Die genaue Zahl der Gefallenen, Verwundeten und Vermissten lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen.

Historische Schätzungen gehen häufig von insgesamt etwa 70.000 bis 80.000 Verlusten auf beiden Seiten aus.

Die tatsächlichen Zahlen werden von Historikern unterschiedlich bewertet.

Unbestritten ist jedoch, dass Borodino zu den verlustreichsten eintägigen Schlachten der Napoleonischen Kriege gehört.

Das Ende der Schlacht

Im Verlauf des Tages gelang es den französischen Truppen, wichtige russische Befestigungen einzunehmen.

Dennoch konnte Napoleon die russische Armee nicht vernichten.

Die Kämpfe endeten ohne einen vollständigen Zusammenbruch der russischen Streitkräfte.

Kutusow entschied sich anschließend, seine Armee zurückzuziehen.

Die französischen Truppen behaupteten das Schlachtfeld.

Aus militärischer Sicht wird Borodino deshalb häufig als taktischer französischer Sieg eingeordnet.

Strategisch erreichte Napoleon jedoch nicht den erhofften entscheidenden Erfolg.

Der Kriegsrat von Fili

Nach der Schlacht musste die russische Führung über das weitere Vorgehen entscheiden.

Am 13. September 1812 fand im Dorf Fili bei Moskau ein wichtiger Kriegsrat statt.

Die russischen Generäle diskutierten, ob Moskau verteidigt oder aufgegeben werden sollte.

Kutusow entschied sich schließlich für die Aufgabe der Stadt.

Die Erhaltung der russischen Armee hatte für ihn Vorrang.

Diese Entscheidung war von großer strategischer Bedeutung.

Napoleon erreicht Moskau

Am 14. September 1812 marschierte Napoleon in Moskau ein.

Große Teile der Bevölkerung hatten die Stadt bereits verlassen.

Napoleon erwartete, dass Zar Alexander I. nach dem Verlust Moskaus zu Friedensverhandlungen bereit sein würde.

Diese Erwartung erfüllte sich jedoch nicht.

Stattdessen geriet die französische Armee in eine zunehmend schwierige Lage.

Der Brand von Moskau

Kurz nach dem Einmarsch der französischen Truppen brachen in Moskau schwere Brände aus.

Große Teile der damals überwiegend aus Holzbauten bestehenden Stadt wurden zerstört.

Die Ursachen der Brände sind historisch komplex und werden unterschiedlich beurteilt.

Neben gezielten Brandlegungen spielten wahrscheinlich auch andere Faktoren eine Rolle.

Die Zerstörung der Stadt erschwerte die Versorgung und Unterbringung der französischen Truppen erheblich.

Der Rückzug aus Moskau

Im Oktober 1812 entschied sich Napoleon zum Rückzug.

Die französische Armee hatte durch die bisherigen Kämpfe und die schwierige Versorgungslage bereits erhebliche Verluste erlitten.

Während des Rückzuges verschlechterte sich ihre Situation weiter.

Hunger, Krankheiten, Erschöpfung und militärische Angriffe führten zu zusätzlichen Verlusten.

Später kamen winterliche Witterungsbedingungen hinzu.

Der Rückzug entwickelte sich zu einer Katastrophe für die Grande Armée.

Die Bedeutung des Russlandfeldzuges

Der Russlandfeldzug von 1812 schwächte Napoleons militärische Macht erheblich.

Der Verlust großer Teile seiner Armee hatte weitreichende politische Folgen.

In den folgenden Jahren bildeten sich neue Koalitionen gegen Frankreich.

1813 kam es zur Völkerschlacht bei Leipzig.

1814 musste Napoleon erstmals abdanken.

Die Ereignisse des Jahres 1812 gelten deshalb als wichtiger Wendepunkt seiner Herrschaft.

Borodino in der russischen Erinnerungskultur

In Russland besitzt die Schlacht von Borodino eine besondere historische und symbolische Bedeutung.

Sie steht für den Widerstand gegen die napoleonische Invasion.

Obwohl die russische Armee das Schlachtfeld schließlich räumte, blieb sie als entscheidende militärische Kraft erhalten.

Die Erinnerung an Borodino wurde durch Denkmäler, Gedenkveranstaltungen, Literatur und Kunstwerke bewahrt.

Das Schlachtfeld selbst entwickelte sich zu einem bedeutenden historischen Erinnerungsort.

Leo Tolstoi und „Krieg und Frieden“

Die Schlacht von Borodino wurde auch durch die Literatur weltbekannt.

Besonders bedeutend ist Leo Tolstois Roman „Krieg und Frieden“.

Tolstoi schildert darin die napoleonische Invasion und die russische Gesellschaft zur Zeit des Krieges.

Die Schlacht von Borodino nimmt innerhalb des Romans eine wichtige Stellung ein.

Tolstoi verbindet historische Ereignisse mit den persönlichen Erlebnissen seiner Romanfiguren.

Dadurch wurde die Schlacht auch außerhalb Russlands zu einem bekannten historischen Thema.

Das Panorama-Museum in Moskau

Das Panorama-Museum der Schlacht von Borodino befindet sich am Kutusowski-Prospekt in Moskau.

Der russische Name lautet Музей-панорама «Бородинская битва».

Im Mittelpunkt des Museums steht ein monumentales Rundgemälde des Malers Franz Roubaud.

Das Kunstwerk wurde 1912 anlässlich des hundertjährigen Gedenkens an die Schlacht geschaffen.

Es zeigt das historische Kampfgeschehen in einer außergewöhnlich großformatigen Darstellung.

Franz Roubaud und sein monumentales Gemälde

Franz Roubaud wurde 1856 in Odessa geboren.

Er war ein bedeutender Schlachtenmaler, der besonders durch monumentale Panoramagemälde bekannt wurde.

Das Borodino-Panorama gehört zu seinen berühmtesten Arbeiten.

Die bemalte Leinwand ist ungefähr 115 Meter lang und 15 Meter hoch.

Sie bildet eine geschlossene Runddarstellung.

Die Besucher können das historische Geschehen aus einer zentralen Beobachterposition betrachten.

Durch die Verbindung mit plastisch gestalteten Vordergrundelementen entsteht ein eindrucksvoller räumlicher Effekt.

Die Eröffnung des Museums 1962

Das heutige Museumsgebäude wurde 1962 eröffnet.

Anlass war der 150. Jahrestag der Schlacht von Borodino.

Das Gebäude wurde speziell für die Präsentation des monumentalen Rundgemäldes errichtet.

Seine Architektur berücksichtigt die besonderen Anforderungen einer großformatigen 360°-Darstellung.

Das Museum zählt zu den bekannten historischen Sehenswürdigkeiten Moskaus.

Weitere historische Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

In der Nähe des Panorama-Museums befinden sich weitere Orte, die an den Russlandfeldzug von 1812 erinnern.

Besonders bekannt ist der Moskauer Triumphbogen.

Er erinnert an den Sieg Russlands über Napoleon.

Ebenfalls von historischer Bedeutung ist die Kutusow-Hütte in Fili.

Sie erinnert an den Kriegsrat, bei dem die Aufgabe Moskaus beschlossen wurde.

Standort des Panorama-Museums

Museum-Panorama der Schlacht von Borodino
Музей-панорама «Бородинская битва»
Kutusowski-Prospekt 38
Moskau, Russland

Anreise mit der Moskauer Metro

Das Museum ist mit der Moskauer Metro erreichbar.

Eine nahe gelegene Station ist Park Pobedy (Парк Победы).

Hier halten die Arbatsko-Pokrowskaja-Linie 3 und die Solnzewskaja-Linie 8A.

Von der Metrostation aus kann das Museum zu Fuß erreicht werden.

Fazit – Die Schlacht von Borodino und ihre Folgen

Die Schlacht von Borodino am 7. September 1812 war eines der bedeutendsten Ereignisse des napoleonischen Russlandfeldzuges.

Napoleon gelang es zwar, wichtige russische Stellungen zu erobern, doch die russische Armee blieb kampffähig.

Der anschließende Einmarsch in Moskau brachte Frankreich keinen entscheidenden politischen Erfolg.

Stattdessen endete der Russlandfeldzug mit einer schweren Niederlage für Napoleon.

Das Moskauer Panorama-Museum erinnert mit seinem monumentalen Rundgemälde an diese historischen Ereignisse.

Es verbindet die Erinnerung an eine der verlustreichsten Schlachten der Napoleonischen Kriege mit einem außergewöhnlichen Kunstwerk.

Für geschichtlich interessierte Besucher Moskaus gehört das Museum deshalb zu den besonders eindrucksvollen Sehenswürdigkeiten der Stadt.

Ich wünsche viel Spaß und gute Unterhaltung beim Entdecken meiner Reiseberichte.

Желаю хорошо провести время!
Ахим Орликовски